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Ein schmales langgezogenes Gerinne durchzieht das in geradem Lauf das Gürbetal. Niemand glaubte, dass das harmlose Gewässer plötzlich mit derartiger Urgewalt innert kürzester Zeit enorme Schäden anrichten würde. |
| Erschütternde Bilder und Schlagzeilen dominierten zu Wochenbeginn die Tagespresse in der Schweiz wie hier den Tagesanzeiger am 31. Juli 1990, |

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| Weite Flächen unterhalb von Toffen standen unter Wasser. Das Bauernhaus, einsam in der fruchtbaren Ebene, die man nach der Flussbegradigung hochwassersicher wähnte, stand plötzlich unter Wasser. Das Bild vermittelt einen Eindruck dessen, womit noch im vorletzten Jahrhundert die Bevölkerung des Gürbetals immer wieder zu kämpfen hatte. |

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| Wie in Holland nach einem Dammbruch präsentierte sich der stattliche Hof. Nach dem Abfliessen des Wassers waren die Felder von zähem Schlick bedeckt, der mühsam untergepflügt werden musste. |

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| Toffen am See, könnte die passende Bezeichnung einer idyllischen Postkarte mit dieser Aufnahme etwa heissen, wären die Hintergründe nicht so dramatisch gewesen. |

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Hier lag die Hauptursache der Überschwemmung. Nur knapp vermag das Wasser unter der Brücke in Toffen durchzufliessen. Als Baumstämme und Schwemmholz sich am Mittelpfeiler stauen und nach Minuten den Durchlass versperren, tritt die Gürbe über die Ufer und ergisst sich ins Dorf. |
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Der Plan zeigt, welche Dorfteile unter Wasser gesetzt wurden. Vor allem das eben neu gebaute Quartier Allmend lag mitten im Überschwemmungsbereich. |
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Jeder Keller in der neuen Siedlung lief voll und musste ausgepumpt werden. Die Rasenflächen zwischen den modernen Blöcken wurden zu Schlammfeldern. |
| Auch der Bahnhofsplatz lag tief unter Schlick und Schmemmholz begraben. |

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| Nicht so sehr das Wasser, aber die mitgeführte Fracht machten das Hochwasser zu dem schadenintensiven Ereignis. Gut illustriert diese Aufnahme die Mengen an Bäumen und Schwemmaterial, welches die Gürbe mitführte. Diese Fracht versucht man mit dem neu gebauten Geschiebesammler oberhalb von Wattenwil zurückzuhalten. (siehe Beitrag Hochwasserschutz) |

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| Das Hochwasser kam so überraschend schnell, dass die Einwohner keine Zeit fanden, ihre Fahrzeuge aus der Gafahrenzone zu bringen. |

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Die Aufnahmen oberhalb der Blumensteinbrücke vom 27. Juli und dem 12. August 1990, vor und nach dem Hochwasser, zeugen von der Gewalt der Wassermassen. Die Schwellen wurden unterspühlt und weggerissen. |
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Ursache des Hochwassers war ein heftiges Gewitter mit Hagel in der Gantrischregion, ausgelöst durch die sommerliche Thermik an den Berghängen, unterstützt von einer feuchtwarmen Luftmasse aus Südosten, die über die Berneralpen herangeführt worden war. Werden mit der beobachtbaren Temperaturzunahme derartige Wetterlagen in Zukunft vermehrt auftreten? Die Frage ist schwer zu beantworten, Vorsichtsmassnahmen gegen zukünftige Hochwasser aber mit Sicherheit eine gute Investition für den Schutz der Einwohner des Gürbetals. |
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| Das Unwetter |
"Strassen, die sich in Wildbäche verwandelten, Erdrutsche, Rüfen, Autos unter Schlamm, Hunderte ausgerissener Bäume, ganze Dorfteile unter Wasser und kilometerweit überschwemmte Felder - mit Urgewalt zog am Sonntagabend ein Unwetter über die Schweiz."
So kommentierte am Dienstag, 31. Juli 1990 der Blick die Ereignisse vom Sonntag. Die Schäden im Gürbetal gingen in die Millionen, niemand erinnerte sich in den Dörfern an ein deratiges Ereignis. Was war passiert?
Die nebenstehenden Bilder, freundlicherweise von der Gemeindeverwaltung Toffen zur Verfügung gestellt, illustrieren die Auswirkungen des Jahrhunderthochwassers vom 29. Juli.
Schutzmassnahmen sind für die Bevölkerung des Gürbetals elemantar. Der Bau einer neuen Brücke ohne Mittelpfeiler in Toffen war eine logische Reaktion der Behörden. Wie das Beispiel von Wattenwil zeigt (siehe Beitrag) ist aber die Form der Schutzmassnahmen teilweise stark umstritten. |
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